Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) können den administrativen Aufwand in der ambulanten Pflege weiter reduzieren. Das schreibt Patrick Schulze, Mitarbeiter des Softwareanbieters euregon AG, in einem Gastbeitrag auf Healthcare Digital. KI könne die Pflegedokumentation durch teilweise automatisierte Berichte beschleunigen und Pflegekräfte bei administrativen Aufgaben entlasten. Dadurch bleibe mehr Zeit für die direkte Versorgung von Patientinnen und Patienten.
Informationen sind schneller verfügbar, doppelte Dokumentationen werden vermieden und Arbeitsabläufe effizienter gestaltet. Gleichzeitig nimmt die Erfassung und Korrektur von Pflegedokumentationen nach wie vor viel Zeit in Anspruch – trotz fortschreitender Digitalisierung. Genau hier sieht Schulze das Potenzial von KI. Durch die Unterstützung beim Erstellen, Ergänzen und Verarbeiten von Dokumentationen können administrative Prozesse weiter automatisiert und besser in den Pflegealltag integriert werden.
KI als Ergänzung bestehender Pflegesoftware
In seinem Gastbeitrag beschreibt Schulze KI ausdrücklich als Ergänzung zu bestehender Software für Einsatzplanung, Klientenverwaltung und Pflegedokumentation. Obwohl diese Systeme Verwaltungsprozesse bereits erleichtern, bleibt die Eingabe von Berichten, insbesondere auf Smartphones und Tablets, seiner Einschätzung nach zeitaufwendig. KI könne gesprochene Sprache erkennen, strukturieren und automatisch in der elektronischen Klientenakte erfassen, sodass Berichte unmittelbar während des Pflegeeinsatzes erstellt werden können.
Als Beispiel nennt Schulze die sprachgesteuerte Dokumentation. Pflegekräfte sprechen ihre Beobachtungen direkt in ein mobiles Endgerät ein, woraufhin die KI diese in einen strukturierten Pflegebericht umwandelt. Die Technologie könne dabei unter anderem Vitalwerte automatisch den richtigen Dokumentationsfeldern zuordnen und Texte grammatikalisch verbessern, ohne deren Inhalt zu verändern. Nach Angaben des Autors verringert dies den Aufwand für manuelle Eingaben und Nachbearbeitungen.
Praxisbeispiel
Zur Veranschaulichung verweist Schulze auf den deutschen ambulanten Pflegedienst AKA Monika Kirnich GmbH & Co. KG, der seit 2023 vollständig digital arbeitet und KI-Funktionen innerhalb der Softwareplattform Snap von euregon nutzt.
Laut Geschäftsführer Peter Hausladen benötigen die Mitarbeitenden weniger Zeit für die Dokumentation und erstellen ausführlichere Berichte, da diese einfacher per Sprache erfasst werden können. Zudem könne die KI regionale Dialekte automatisch in gut lesbares Standarddeutsch umwandeln, wodurch weniger Korrekturaufwand entstehe.
Schulze kommt zu dem Schluss, dass KI den nächsten Schritt in der Digitalisierung der ambulanten Pflege darstellt. Gleichzeitig beruhen die beschriebenen Vorteile auf den Praxiserfahrungen einer einzelnen Pflegeorganisation sowie auf einem Gastbeitrag eines Anbieters von Pflegesoftware. Unabhängige Studien, die den Nutzen solcher KI-Anwendungen im größeren Maßstab belegen, stehen bislang jedoch noch aus.
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