KI-basierte App zur Perimenopause soll Frauengesundheit verbessern

Mo, 3. August 2026 - 12:45
KI-basierte App zur Perimenopause soll Frauengesundheit verbessern
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Mit einem KI-gestützten App-Projekt will das Frauenhofer IESE Frauen in der Perimenopause durch personalisierte Aufklärung und Therapieempfehlungen unterstützen. Typischen Beschwerden in den Wechseljahren, die sich auf die Lebensqualität der Betroffenen und den Arbeitsmarkt auswirken, will man so gezielt entgegenwirken. Dafür kollaborieren insgesamt vier Projektpartner über drei Jahre. Fördermittel in Höhe von 2 Mio. Euro stellt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt bereit.

Das Fraunhofer Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE) erarbeitet derzeit mit drei weiteren Partnern eine KI-basierte App zur gesundheitlichen Bildung und Therapie in den Wechseljahren. Damit sollen typische Probleme in der sogenannten Perimenopause adressiert und das medizinische Wissen über diese Lebensphase bei Frauen erhöht werden.

PETRA AI adressiert Wechseljahre

Das Forschungsprojekt unter dem Namen „PETRA AI“ widmet sich den klassischen Symptomen wie Schlafstörungen, Hitzewallungen, Konzentrationsproblemen, depressiven Verstimmungen, Erschöpfung und Unregelmäßigkeiten im Zyklus. Für viele Frauen erschweren diese Begleiterscheinungen in der Perimenopause das Wohlbefinden und den Arbeitsalltag – das gesellschaftliche Bewusstsein für die Thematik ist weiterhin gering.

Als Besonderheit wird die App einen KI-Chatbot für die Userinnen bereitstellen. So können diese eine personalisierte und auf sie zugeschnittene Aufklärung sowie Therapieempfehlungen erhalten. Das IESE als Konsortialleiter plant zunächst eine Pilotierung der App mit anschließender Verbesserung durch wiederholtes Nutzerfeedback. Ansprechen möchte das Forschungskonsortium vor allem Frauen mit geringer Bildung im Bereich der Frauengesundheit.

KI-Chatbot für App-Personalisierung

„Mit dem neuen KI-Chatbot und dem Gesamtkonzept der App bewirken wir nicht nur eine Verbesserung der individuellen Gesundheitskompetenz von Frauen, sondern auch nachhaltige Veränderungen in der Arbeitswelt und im Gesundheitswesen“, erklärte Dr. Theresa Ahrens, Leiterin der Abteilung Digital Health Engineering am Fraunhofer IESE in Bezug auf den ganzheitlichen Ansatz von PETRA AI.

Fehlendes Wissen rund um die Wechseljahre führt in der Praxis vielfach zu Krankschreibungen, Arbeitszeitverkürzungen und unbezahltem Urlaub. Mit der neuen digitalen Gesundheitsanwendung will man dieser Situation am deutschen Arbeitsmarkt ein kompetentes Hilfsmittel an die Hand geben. Ein weiterer Nutzen der App soll darin bestehen, Forschungslücken rund um die Perimenopause zu schließen. Dazu werden anonymisierte Daten der Nutzerinnen mit deren Einverständnis für wissenschaftliche Studien verwendet.

2 Mio. Euro Fördermittel vom BMFTR

Zu den beteiligten Partnern des Konsortiums gehören das Digital Health Startup FEMNA, die Juniorprofessur für Gesundheit und E-Health der Ruhr-Universität Bochum, die Sozialforschungsstelle der Fakultät Sozialwissenschaften der Technischen Universität Dortmund und das Berlin Institute of Health von der Charité. Letztere verantworten die strukturierte Datenerfassung mit den Standards SNOMED und FHIR.

Als Fördermittel zur Entwicklung der KI-gestützten Gesundheitsanwendung stellt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) über eine Laufzeit von drei Jahren zwei Millionen Euro bereit. Mit dem Verbundprojekt geht das Fraunhofer IESE einen wichtigen Schritt, um die Kompetenz von Frauen in Bezug auf die Wechseljahre zu erhöhen.

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