Doctolib baut KI-Lösungen mit Hilfe von Nvidia aus

Do, 29. Oktober 2026 - 12:45
Doctolib baut KI-Lösungen mit Hilfe von Nvidia aus
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Ab Oktober erhält das deutsch-französische E-Health-Unternehmen Doctolib eine Investition durch den US-Chipkonzern Nvidia. Als Minderheitsaktionär wird der Chiphersteller die Ärzteplattform zukünftig vor allem im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) unterstützen. Doctolib plant die Weiterentwicklung seiner KI-Sprachmodelle und KI-Assistenten für Patienten und Gesundheitsfachkräfte in Europa. Die Anzahl der Aktienanteile ist nicht bekannt.

Mit dem strategischen Finanzinvestment durch den US-Konzern Nvidia in diesem Oktober will die deutsch-französische Ärzteplattform Doctolib ihre KI-Lösungen für Patienten und Gesundheitsdienstleister in Europa ab sofort beschleunigen und weiterentwickeln. Die von Nvidia produzierten Computer-Chips, kurz GPUs, ermöglichen eine enorm hohe Rechenleistung, die von KI-Modellen benötigt wird, um Milliarden von Daten gleichzeitig analysieren zu können.

Bereits seit einem Jahr setzt Doctolib auf die Technologie von Nvidia. Mit der Beteiligung als Minderheitsaktionär möchte der US-Konzern das Unternehmen Doctolib jetzt auch technisch unterstützen: So soll die Ärzteplattform von der KI-Expertise bei Nvidia profitieren und beim Training seiner KI-Modelle in Europa gefördert werden.

Die nächsten Schritte

Für die Entwicklung seiner KI-Kompetenz engagiert Doctolib derzeit rund 100 Ingenieure, Wissenschaftler und Designer. Fortschritte will man u.a. mit Blick auf die KI-basierte Sprechstundenassistenz erzielen, um Praxispersonal zu entlasten. Auch eine All-in-One-Praxissoftware mit integriertem KI-Agenten und ein KI-Gesundheitsassistent für Patienten sind geplant. Für Behandler erarbeitet das Unternehmen KI-Assistenten zur klinischen Entscheidungsunterstützung.

Deutschland als wichtiger Markt

Doctolib hat ausgehend von Frankreich seit 2013 eine Online-Plattform aufgebaut, die es Patienten in Europa ermöglicht, Termine bei Arztpraxen zu buchen. Darüber hinaus bietet Doctolib Serviceprodukte wie einen KI-Telefonassistenten sowie administrative und buchhalterische Lösungen an.

Inzwischen ist Deutschland neben Frankreich der Hauptmarkt für die Ärzteplattform. Laut Branchenmedien nutzen bereits 600 deutsche Krankenhäuser und Medizinische Versorgungszentren (MVZ) die Dienste von Doctolib. Europaweit nutzen laut dem Unternehmen selbst bereits 100 Mio. Patienten und 580.000 Gesundheitsfachkräfte Doctolib-Lösungen.

Datenschutz bleibt unverändert

Trotz der amerikanischen Beteiligung hostet Doctolib weiterhin sämtliche Gesundheitsdaten innerhalb der EU und Großbritanniens – auch bei den neuen KI-Modellen. „Wir sind überzeugt, dass KI für Patient:innen und Gesundheitsfachkräfte enorm viel bewirken kann“, sagte Doctolib-Chef Stanislas Niox-Chateau.

Er fügte an: „Um das zu erreichen, bauen wir eigene Modelle und Technologien, die gemeinsam mit europäischen Gesundheitsfachkräften und Krankenhäusern entstehen. Diese Investition wird es uns ermöglichen, schneller KI-Talente zu gewinnen und unsere Entwicklung voranzutreiben.“ Die genauen Aktienanteile gaben die Unternehmen nicht bekannt.

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