Ausbaufähig: TI-Score und ePA-Zugriff in der Pflege

Mi, 28. Oktober 2026 - 09:00
Ausbaufähig: TI-Score und ePA-Zugriff in der Pflege
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Rund die Hälfte der deutschen Pflegeeinrichtungen ist an die Telematikinfrastruktur angeschlossen. Der TI-Score der gematik soll transparent machen, welche digitalen Funktionen eine Pflegesoftware jeweils unterstützt. Allerdings haben nur sieben von 31 gelisteten Systemen Angaben zur ePA und elektronischen Medikationsliste gemacht. Zudem können deutsche Pflegekräfte Medikationsdaten bislang nicht in der eML bearbeiten.

Seit Juli 2025 gilt die gesetzliche Vorgabe, dass Pflegeeinrichtungen und mobiles Pflegepersonal in Deutschland ihre Primärsysteme an die deutsche Telematikinfrastruktur (TI) anbinden müssen. Rund ein Jahr später hat die gematik im Rahmen des TI-Atlas 2026 in diesem Juli nun die tatsächliche TI-Anbindung der Pflegeeinrichtungen mit 50 Prozent ausgewiesen.

Damit fällt die TI-Anbindung der deutschen Pflege prozentual zwar höher aus als im Vorjahr, wenn man Zahlen der IGES-Studie hinzunimmt. Sie bleibt jedoch immer noch hinter der gesetzlichen Vorgabe zurück. Wie anschlussfähig die Primärsysteme der deutschen Pflegedienstleister im Einzelnen sind, zeigt der sogenannte TI-Score.

Pflegesysteme: Zugang zu TI, KIM, ePA und eML

Dieser evaluiert mit Blick auf die Primärsysteme in der Pflege nicht nur deren bisherige Anbindung an die TI, sondern auch ihren Zugriff auf die elektronische Patientenakte (ePA), die elektronische Medikationsliste (eML) und KIM. Für jeden der vier Bereiche wendet der Score eine Reihe von Usability-Kriterien an, um präziser angeben zu können, wie fortgeschritten die jeweiligen Funktionalitäten der Softwaresysteme sind.

So umfasst die Bewertung des ePA-Zugriffs beispielsweise insgesamt 22 Funktionen. Primärsysteme, welche die ePA-Daten bei Verwendung der elektronischen Gesundheitskarte im Hintergrund automatisch laden, werden hierbei z. B. höher bewertet als solche, die dies nicht können.

Fehlende Herstellerangaben

Laut einer Meldung der gematik vom 6. Mai 2026 haben die Hersteller allerdings nur zu sieben von 31 Pflegesystemen überhaupt entsprechende Angaben eingereicht. Da die Angaben freiwillig sind, lässt sich aus den fehlenden Rückmeldungen seitens der Hersteller nicht ableiten, ob die übrigen 24 Pflegesysteme ePA und eML unterstützen.

Problematisch einzustufen ist außerdem die Tatsache, dass viele der Rechte, welche Pflegeeinrichtungen in Deutschland haben, über die eML gar nicht ausgeübt werden können. So beinhaltet die eML lediglich einen Lese-Zugriff auf die E-Rezept-Daten. Pflegende können die Medikationsdaten somit nicht bearbeiten und beispielsweise keine Änderungen bei Medikamenten-Gaben oder beobachteten Unverträglichkeiten dokumentieren. Diese und weitere Einschränkungen kritisiert der Deutsche Pflegerat (DPR) bereits seit 2024.

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