Eine EU-Studie von März 2026 belegt die wachsende Bedeutung von künstlicher Intelligenz (KI) im europäischen Gesundheitsmarkt. Demnach setzen bereits 94 Prozent der Gesundheitsdienstleister KI-basierte Lösungen ein oder planen, dies zu tun. Generative KI wird dabei als neue Entwicklungsstufe zunehmend eine Rolle spielen. Zum Erfolg geführt werden kann sie jedoch nur, wenn die Vernetzung der Daten jenseits der Datensilos gelingt. Laut der im März 2026 veröffentlichten Studie, die im Auftrag der Europäischen Union durchgeführt wurde, könnte der breitflächige Einsatz von KI im europäischen Gesundheitswesen Kosten in Höhe von bis zu 252 Mrd. Euro reduzieren.
Gleichzeitig machte die Europäische Kommission bereits im August 2025 darauf aufmerksam, dass die Fragmentierung der Gesundheitsdaten sowie ihre fehlende Standardisierung das Potenzial der KI-Modelle derzeit noch ausbremse.
KI-Modelle nur so gut wie Datenbestände
Mit generativer KI können im Gesundheitswesen zukünftig Entscheidungsprozesse unterstützt werden, z. B. für die Triage, aber auch in der Verwaltung oder beim Identifizieren von Risikopatienten. Ebenso lassen sich mit ihrer Hilfe Behandlungspfade personalisieren.
Um das Potenzial generativer KI im Gesundheitswesen zu heben, braucht es eine digitale Vernetzung aktueller und standardisierter Patientendaten über die Gesundheitsdienstleister und Ländergrenzen hinweg. Der European Health Data Space (EHDS) versucht hierfür die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, damit Versorgung und Forschung gleichermaßen vom KI-Fortschritt profitieren können.
KI-Akzeptanz ist Vertrauensfrage
Damit Gesundheitsdaten zukünftig in Echtzeit von generativer KI ausgewertet werden können, braucht es auf Patientenseite Vertrauen in die Datenerfassung. Für das Vertrauen wiederum sind Transparenz und Kontrolle entscheidende Kriterien: Beteiligte müssen also nachvollziehen können, woher Daten stammen, wohin sie fließen und wie KI-gestützte Entscheidungen genau getroffen werden. Die Verschlüsselung der Daten, Zugriffsrechte und Aufbewahrungsfristen sind dabei als eGovernance-Aspekte zu berücksichtigen. Wo KI-Ergebnisse die Versorgung beeinflussen, braucht es außerdem eine angemessene menschliche Aufsicht.
Eine weitere Voraussetzung für gelingende KI-Initiativen sind interoperable IT-Infrastrukturen, d.h. Systeme, die Daten in Echtzeit austauschbar machen. Erst wenn die punktuell erhobenen Gesundheitsdaten ihre jeweiligen Silos verlassen – sei es im Krankenhaus, in der Apotheke oder beim Facharzt – lässt sich der Patientennutzen ganzheitlich erschließen.
Standardisierte Vernetzung erforderlich
Länder wie Dänemark, die über eine standardisierte digitale IT-Infrastruktur im Gesundheitswesen verfügen, führen bereits vor, wie ein solcher Informationsaustausch aussehen kann – und was sich auf dieser Grundlage mit KI-Anwendungen für Diagnostik und Behandlungspfade erreichen lässt, etwa bei der Fernüberwachung von Patienten. Im Blick behalten werden muss dabei nicht zuletzt auch die Zugänglichkeit der Systeme für digital weniger affine Bevölkerungsgruppen.
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