Ende Oktober hat das Universitätsklinikum Bonn die Mitarbeit an dem internationalen Forschungsprojekt EUcanAI bekannt gegeben. Mit 3,9 Mio. Euro fördert die EU das Vorhaben, das sich der Entwicklung eines ganzheitlichen Systems auf der Basis von KI-Agenten widmet, um die allgemeine Fachkompetenz zu erhöhen und die Diagnostik und Therapie von Hirntumoren weltweit zu verbessern. Das EU-Projekt erhält Unterstützung aus Südkorea.
Das Universitätsklinikum Bonn (UKB) beteiligt sich an dem EU-Projekt EUcanAI („European Unified Cancer diagnostics and treatment AI agent“). Das innovative Forschungsvorhaben will die Diagnostik und Therapie von Hirntumoren verbessern. Mit Hilfe von KI-Agenten soll ein modulares System entstehen, das Ergebnisse rund um Tumoren des Zentralen Nervensystems vereinheitlicht und deren Behandlung beschleunigen soll.
Die einzelnen KI-Modelle sollen am Ende in einen „Master-Agenten“ zusammenfließen und so klinische Entscheidungsunterstützung leisten. Bereits vorhandene KI-Systeme, wie z. B. „Hetairos“ zur Klassifikation von Hirntumoren durch Gewebeschnitte, werden in das Projekt eingebunden.
Zusammenarbeit mit Südkorea
Für das KI-basierte Ökosystem, das die Befundung und Behandlung von Hirntumoren signifikant verbessern soll, arbeiten gleich mehrere EU-Länder, darunter Deutschland, Frankreich, Dänemark und Österreich mit Südkorea zusammen. Gemeinsam will man den gesamten Behandlungspfad abbilden und begleiten. Aus Seoul nimmt als Partner das Asan Medical Center teil.
Die Europäische Union fördert das Projekt EUcanAI seit September 2026 über vier Jahre hinweg mit rund 3,9 Mio. Euro. Die Universität Heidelberg und das Universitätsklinikum Heidelberg leiten die Forschungskooperative, die zusätzlich von der internationalen WHO-Einrichtung „International Agency for Research on Cancer“ unterstützt wird.
KI-Agenten bilden Behandlungspfad ab
Ein grundlegendes Problem ist die Komplexität vieler Fälle und die damit verbundene, notwendige Fachkompetenz. Um die Ergebnisse zu vereinheitlichen und so einen schnelleren Behandlungsbeginn einleiten zu können, soll EUcanAI nun helfen.
Als Module hat man dabei konkret das Patientengespräch, die Diagnostik und die Therapieplanung in den Fokus genommen: Die KI-Agenten sollen den Patienten hierbei z. B. eigenständig Fragen stellen und Untersuchungen vorschlagen oder Gewebeschnitte und MRT-Aufnahmen beurteilen. Auch für die Analyse der Therapiemöglichkeiten will EUcanAI die KI-Agenten nutzen.
Modelle für die Bildgebung
Als Partner des Projekts engagiert sich das Universitätsklinikum Bonn u.a. an der Entwicklung von Modellen für die medizinische Bildgebung. Die Modelle analysieren dabei relativ unabhängig große Mengen an Bilddaten und unterstützen die Diagnostik von MRT-Aufnahmen bei Hirntumoren.
„Im Rahmen von EUcanAI entwickeln wir diese [Modelle] gemeinsam mit Partnern aus Europa und Südkorea gezielt für die Neuroonkologie weiter, etwa zur Charakterisierung von Hirntumoren und zur Beurteilung des Therapieverlaufs“, erklärte Prof. Dr. Philipp Vollmuth, Else Kröner Professor für Künstliche Intelligenz und Sektionsleiter für Computational Radiology & Clinical AI am UKB.
Referenzen
ICT&health zu Google hinzufügen
Zeige mehr Inhalte von ICT&health in der Google-Suche an.