Für den Sofortnachrichtendienst TI-Messenger (TIM) im deutschen Gesundheitswesen soll es eine neue Spezifikation der gematik geben. Mit dieser können die Gesundheitsdienstleister den Kommunikationsdienst optional in ihre Primärsysteme integrieren. Dadurch wird der sichere, schnelle Datenaustausch auch auf den gewohnten Benutzeroberflächen möglich. Ein besonderes Feature sind gemeinsame Chaträume für Ärzte, Kliniken, Apotheken, Gesundheitsdienste und Patienten. Zudem werden strukturierte Daten über die neue Spezifikation austauschbar.
Wie die gematik als IT-Leitstelle des deutschen Gesundheitswesens Ende September bekannt gegeben hat, kann der zertifizierte Echtzeit-Kommunikationsdienst TI-Messenger (TIM) zukünftig direkt über die Softwaresysteme in den Gesundheitseinrichtungen genutzt werden. Möglich wird dies durch eine neue Spezifikation der gematik, die es Anbietern von Primärsystemen erlaubt, den sicheren Nachrichtendienst in ihre Lösungen zu integrieren. Die Nutzer können den TI-Messenger dann direkt über die gewohnte Oberfläche ihres Softwaresystems verwenden.
Sicherer Austausch von Nachrichten
Für deutsche Arztpraxen, Apotheken, Pflegedienste und andere Gesundheitseinrichtungen entfällt damit der Wechsel zwischen verschiedenen Anwendungen und Geräten. Nachrichten, Befunde, Arztbriefe und andere Dokumente können durch die Integration direkt über die Oberfläche des jeweils genutzten Softwaresystems ausgetauscht werden. Ob sie den TI-Messenger integrieren, können die jeweiligen Gesundheitsversorger selbst entscheiden. Die Einbettung ist somit nicht verpflichtend.
Gemeinsame Chats für Dienstleister
Die Spezifikation erlaubt neue Funktionen für die Kommunikation. Einrichtungen können beispielsweise eigene Bezeichnungen für gemeinsam genutzte Chats festlegen. Ein Kommunikationsraum, an dem beispielsweise eine Praxis, ein Patient und eine Apotheke beteiligt sind, kann dadurch in den jeweiligen Softwaresystemen unterschiedlich bezeichnet werden. So wird es möglich, ein weitläufiges Netzsystem unter vielen Parteien aufzubauen, um die Patientenversorgung zu optimieren.
Darüber hinaus unterstützt die neue Spezifikation die eindeutige Identifizierung von Kommunikationspartnern innerhalb des TI-Messenger-Netzwerks und den Austausch strukturierter Daten. Letzteres ist zentral, um Medienbrüche zu reduzieren und die automatisierte Weiterverarbeitung von Gesundheitsdaten zu ermöglichen.
Seit 2024 auf dem deutschen Markt
Der erste TI-Messenger, der von der gematik im April 2024 bundesweit zugelassen wurde, stammte vom Start-Up Famedly und startete seine Testphase in der Modellregion Hamburg. Im Jahr darauf folgten weitere Zulassungen, u.a. für die Telekom und CompuGroup Medical (CGM). Seit Mitte 2025 wird der Messenger sukzessive auch für Patienten im Rahmen der elektronischen Patientenakte (ePA) nutzbar.
Über die zertifizierte App lassen sich gesundheitliche Berichte einscannen, Arztbriefe austauschen und Nachrichten versenden. So können Apotheken, Ärzte und Gesundheitszentren Hand in Hand arbeiten, um Patienten nahtlos zu versorgen, z. B. nach der Entlassung aus dem Krankenhaus. Patienten wiederum können die Gesundheitsdienstleister und Behandler über die Messenger-App bei Fragen direkt anschreiben.
Referenzen
ICT&health zu Google hinzufügen
Zeige mehr Inhalte von ICT&health in der Google-Suche an.